Montag, 27. Juli 2009

Tauch' ein Herz in schwarz.

Das Blut, das durch meine Adern floss war ebenso schwarz wie die Nacht, die meine Seele umgab. Das kalte, scharfe Messer legte sich über ihre Gestalt, wie ein dunkles Tuch, das zum letzten Schlafe bettet. Das Messer, das einen Mord beging, schärft es die Sinne doch ungemein und reizt sie bis zur Sünde.

Freitag, 24. Juli 2009

Familie.

Im Haus der Famile Byrnbaum war vieles normal, manches nicht. Normal war, dass der Vater, ein tüchtiger Anwalt, wenn er des Abends zur Haustür hereinkam von seiner Tochter einen Kuss auf die Wange empfing. Sie war sein jüngstes Kind, obschon auch sie nun schon kein Kind mehr war. Bildhübsch, ein junges Mädchen, eine Knospe, der man Tag um Tag beim Erblühen zuschauen konnte. Sie nahm ihrem Vater Hut und Aktekoffer ab und führte ihn in die Küche, wo ihr älterer Bruder schon gierig hinter dampfenden Töpfen saß. <<>>, so eröffnete er jeden Abend das Gespräch mit dem Vater. Sie verstanden sich gut, alle drei. Plauderten und ließen dabei oft sogar das Essen kalt werden. Bilderbuchszenen waren das, wäre da nicht der leere Stuhl am Tisch gewesen, der dort hässlich herumstand, wie eine Narbe in dem sonst so schönen Gesicht. Normal war das also doch nicht, dieses Familienleben. Normal war es auch nicht, dass der Sohn seit geraumer Zeit nach dem Abendessen in den Keller ging, sich dort einschloss und manchmal bis spät in die Nacht hämmerte und sägte. Keiner durfte wissen, was er da tat, keiner ihn stören, er verschwieg es peinlichst.
Aber eines Abends spielte die Tochter gerade mit der Katze, das Knäuel aus schwarzer Wolle rollte bei dieser Umhertoberei die Stufen zum Keller hinab. Sie folgte dem dünnen, schwarzen Pfad die steinigen Stufen hinab. Unten angekommen konnte sie nicht an sich halten, brach das Versprechen, dass sie dem Bruder gegeben hatte und schlich sich ans Schlüsselloch der messingbeschlagenen Kellertür. Sie lugte hindurch, aber was sie sah verstörte sie aufs Gröbste. Ihr Bruder hatte einen Sarg gezimmert, einen wirklich schönen, edlen Sarg, abgeschliffen und poliert. Einen Sarg, für was? Wozu? Sie beschloss, das mit dem Vater zu bereden. Doch da sie sich umdrehen und die Kellertreppe hinaufgehen wollte, schlug der Bruder von innen die Kellertüre wissentlich auf. Gegen ihre Stirn. Sie fiel sofort zu Boden und war bewusstlos. <> Und so zog er die Schwester in den Keller und schließlich in den Sarg, schlug Nagel für Nagel mit wütendem Gesicht ins dunkle Holz und ließ sein Werk still in die Erde im Fundament des Gebäudes hinab. So wuchsen dem Hause Byrnbaum hässliche Wurzeln und so sind wohl viele Bäume voll von Maden, mögen sie noch so schöne Früchte tragen. Völlig normal ist das.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Balkon.

Der Kerzenschatten der Weinflasche zitterte an der heruntergelassenen Jalousie. Über mich hinweg zogen dunkle, große Wolken, diese Giganten des Himmels, gerade noch sichtbar. Ohne die Sonne verschwinden aber auch sie.
Ich tat nichts. Mit Absicht und aus gutem Grund. Der wahre Fluch unserer Zeit, das ist von jedem Gedanken, der mal unter der Oberfläche kratzen könnte, abgelenkt zu werden. So findet niemand zueinander und keiner zu sich selbst, weil wir das wahre Leben bei MTV vermuten und, ziehen wir den Vergleich, in Unzufriedenheit baden. So denken wir, wir seien nichts und wissen dabei doch nicht mal wer wir sind.
Schau ich die nächste Hauswand an, dann steht da hinter jedem zweiten Fenster ein Bildschirm. So flüchtet die Krone der Schöpfung Tag für Tag, immer aufs Neue, vor sich selbst, bastelt Kokons, kauft sich Masken, nur um nicht das zu sein, was man ist.

Montag, 20. Juli 2009

Nein.

Sie sagte einfach Nein. Nein, so wie ein "Nein Danke!", wenn man in der Fußgängerzone einen Flyer angeboten bekommt. Nein, sagte sie und schaute mir dabei in die Augen. Es roch nach ausgepusteten Kerzen, mein Kaugummi schmeckte nach kaltem Wachs und ich bemerkte wie meine Füße vom taubenetzten Gras klamm wurden.
Und dann ging sie irgendwann, mein Traum, der vor meinen Augen dem Monduntergang entgegenschritt. Ich legte mich in das nasse Gras. Das Prinzip Liebe, ich wälzte mich und striff es dabei ab. Dieses Nein, das wie ein schwarzer Pfeil in mein Herz geschossen kam, es aufplatzen ließ und nun rann die einst warme Flüssigkeit darin heraus, erkaltete, erstarrte und mein Herz glich einem Klumpen. Man sollte nicht in den Fluss springen, wenn man nicht gegen die Strömung schwimmen kann.

Freitag, 17. Juli 2009

Dorian Gray.

Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.
Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray. Dorian Gray.






Donnerstag, 16. Juli 2009

Vielleicht die falsche Inspiration.

Die prall gefüllte Blase eines Betrunkenen mit mir rumtragend, schleppte ich mich durch die Gassen, auf dem Weg nach Hause. Doch dann traf es sich, dass ich es, direkt vor der großen Stadtkirche stehend, einfach nicht mehr zurückhalten konnte und ja so tat ich es. Unmoralisch? Verworfen? Pah, warum denn? Wer der Ausschweifung dient, der braucht keinen Gott und eine Kirche ist auch nur ein Gebäude, nicht von Gott, sondern von ganz normalen Menschen erbaut. Sie kann nicht heilig sein und wenn irgendetwas am Christentum heilig ist, dann ja wohl nur der Glaube des Einzelnen selbst. Den ich nicht besitze. Und wer an nichts glaubt dem tun sich tausend Wege auf, die ihm vorher verschlossen waren. Ja, dem wachsen erst Flügel. Und selbst wenn er dann den Glauben wieder finden sollte, so ist dies dann eine viel höhere Sphäre, eine ganz andere Tiefe, die derjenige findet, der sich frei von allem bewegen durfte, einen Weg wählte und nicht auf ihm abgesetzt wurde.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Paarung.

Ihr Äußeres musste für viele wohl als durchschnittlich gelten. Ihr Zauber aber lag hinter dieser Ebene. Denn in ihrer Brust trug sie den Keim des Geheimnises, eine Kammer, tausend Schlösser, faszinierend und unerreichbar zugleich. Wen dieses Geheimnis umschweift, dem überstrahlt ein Mal, welches ihn für die wenigen mit der Kammer im Innern sichtbar macht.
Und ihr Kuss fühlte sich wie ein Sandsturm in meinem Bauch an. Warm und die einzelnen Körner schienen mich zu kitzeln.

Samstag, 11. Juli 2009

Fiesta San Fermin.

Stierkampf in Spanien, hach wie wundervoll. Im Ernst, in dieser Hinsicht hasse ich die Tierschützer. Wen interessieren schon ein paar Stiere, da gibt es eindeutig Wichtigeres im Bereich des Artenschutzes um das man sich kümmern sollte. Energieverschwendung. Auf jeden Fall nehme ich Platz auf meinem kleinen Sitz in der Tribüne und sperr die Augen auf. Ein schwarzer Stier, Hörner, die das Unglück in die Luft reißen, er schnauft, die Luft unter seinen Hufen flimmert vor Hitze und heißer Wut. Der Stier ist verwundet, eine lebendige Gefahr, groß und mächtig. Der Torero aber wirkt nicht bedroht, obwohl er es ist. Der Stier stürmt los. Doch der Torero hat ihn schon längst im Auge, schätzt ihn ein, berechnet und...lässt ihn an sich vorbei brausen. Das Geschick dieses Mannes ist unglaublich, Stier und Torero schmiegen sich aneinander, ohne sich zu berühren, das ist Tanz, der Tanz eines Libespaares, das ist Kunst. Wie er ausweicht, die Gefahr ins Leere laufen lässt, köstlich dieses Schauspiel. Und immer wieder läuft der Stier ins Leere. Bis er nicht mehr kann, bis er von alleine aufhört. Sieg. Ich stehe ganz und gar auf der Seite des Toreros.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Es ist (eigentlich) genug für alle da.

Es war Tante Ediths 60. Geburtstag. Man feierte im Hirsch. Das war kein besonderes Restaurant, aber auch keine Kneipe. Es war eines von denen Restaurants, wo eben Familienanlässe gefeiert wurden. Es war schon etwas später, die dicken Bäuche der alten Männer drückten gegen Gürtel und Hemd, die ersten gingen. Das eine oder andere Gesicht war schon etwas röter als sonst. Passiert war nicht viel, das Highlight war das Essen gewesen, weswegen man wohl auch größtenteils gekommen war. Der Raum wurde durch bunte Lichterketten beleuchtet, grüne, blaue, gelbe und rote Glühbirnen himmelten einen also von oben an. Ich war müde, müde vom Essen, vom small-talk mit den Verwandten und vom Rauch der Zigarillos, die man sich jetzt gönnte. Da setzte sich mein Onkel Heiko neben mich. Heiko war 38 Jahre alt. Ich unterhielt mich eine Weile mit ihm. Er wollte wissen, ob ich dies und das noch zocke und war entzückt, als er erfuhr, dass ich noch ein aktiver Terroristenvernichter war, von Zeit zu Zeit und natürlich nur virtuell. Er wollte unbedingt mal gegen mich spielen und ich versprach ihm das, was ihn schienbar sehr glücklich machte. Ob er denn immer noch keine gefunden hätte, wollte ich dann wissen, weil mir das Gelaber über PC-Spiele zum Hals raushing. Nein, natürlich niemand, warum fragte ich überhaupt noch. Immer noch niemand. Heiko war Kettenraucher, schmächtig, aber nicht hässlich. Außerdem nicht arm. Er war eigentlich frei jede Frau anzusprechen und zu fragen, ob sie mit ihm essen gehen wolle, aber er tat es nicht. Er saß in seiner Wohnung vor dem Bildschirm, er aß, schlief, arbeitete. Ab und zu wusch er Wäsche, oder besuchte seine Mutter. Alle paar Wochen ging er mit ein paar Freunden von der Arbeit essen. Warum dies alles? Warum sucht sich ein Mensch, Single, vermögend so ein Leben aus. Warum baut er sich selbst diese Barrikaden, indem er sich vor Menschen fürchtet, seitdem, ja seitdem seine Ex Schluss gemacht hat. Woher diese Kastration? Warum schmeißen die Menschen alles weg, was ihnen geboten wird, nur damit sie im Endeffekt das Leben ausschließlich noch über das Fernsehen erleben wollen? Wie sein Geist um seinen eigenen Kopf herumschlich. Und der verbot ihm hier oder da langzugehen. Frei sein, das heißt wohl sich selber nicht mehr im Weg stehen, das heißt wohl Überwindung, in erster Linie Selbstüberwindung. Denn sonst kann man einem Menschen das Gold auf Porzellan servieren, er wird doch bei der Scheiße bleiben, die er tagtäglich frisst. Natürlich ist das Leben oft ein stinkendes Moloch, natürlich kann man auf die Fresse fallen, aber verdammt nochmal, da suhl ich mich lieber im Dreck und bin glücklich dabei, als dass ich mit Gummistiefeln und im Regenmantel ängstlich davorstehe und mich nicht reintraue, wie ein Kind am Schwimmerbecken, wie ein Vogel, der das Fliegen aufgibt, weil ihm die Statistik gesagt hat, dass pro Jahr so und so viel Vögel beim Fliegen ums Leben gekommen sind. Abstürze, Zusammenstöße, Aussetzer, na und?

Das hätte ich ihm sagen sollen, genau das. Und doch habe ich es nicht getan. Vielleicht hätte er genau so etwas gebraucht, irgendjemanden, der ihm genau das mal ins Gesicht sagt. Aber ich habe es nicht getan. Ich habe es nicht getan. Es war schon spät. Bald darauf ging ich.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Loki.

Tag für Tag grasten die Schafe auf der Weide. Es waren wirklich schöne Schafe, womöglich die schönsten Schafe, die die Erde je gesehen hatte. Aber unter all den Schafen war Loki das schlauste, schönste und einzigartigste Schaf. Ein kohlschwarzes Gesicht und weiße Wolle, die sich wie Wolkenschlösser auf seinem prächtigen Körper türmten. Und so weiß, wie seine Wolle war, so weise war auch sein Geist. Er kannte als einziger alle Namen eines jeden Schafes der Herde und er war es auch, der mit den Schäferhunden verhandelte. So hatten also alle Respekt vor Loki, das wusste er selbst und wenn er über die Wiese stolzierte, so umgab ihn eine ganz eigene Aura, etwas, das sonst kein Schaf besaß, eine Art Mal, das permanent über ihm schwebte. Er war etwas besonderes.
Aber gerade das, hach, wie könnte es anders sein, war sein Fluch. Er hatte niemanden, der seine Gedanken teilte, niemanden, der ihm ähnlich war. Verzweifelt belästigte er also die anderen Schafe mit dem was ihm im Kopf rumging. So gabe es Tage, an denen Loki umherlief und jedes Schaf, dass ihm in den Weg kam fragte, ob es denn ausser Gras fressen, schlafen und Paarung nichts weiter wünsche? "Was sollte man sich denn noch wünschen?", bekam er dann meist als Antwort und sein Gegenüber verdrehte fragend die Augen. Nachts lag Loki lange alleine wach. Wer sich ein Mal vom blosen, tagtäglichen Grasfressen löst, der findet nicht mehr zurück, der gibt sich auf eine weite Reise an deren Ende es vielleicht gar kein Ziel gibt. Loki wusste das. Aber er konnte nicht mehr Gras fressen, nein, sein Leben lang nur Gras fressen würde ihn aushölen und aufblähen, bis er platzen würde. Er musste fort und etwas anderes als Gras finden, das Schlimme war nur, dass er nicht wusste, ob es etwas besseres als Gras fressen überhaupt gab. Nachher hatten alle anderen Recht, nur er war irgendwie auf eine schiefe Bahn geraten. Denn wenn es wirklich nur das schnöde Gras gab und sonst nichts, was einem auf angenehme Weise die Zeit auf diesem Planeten nehmen könnte, dann konnte er sich auch gleich an das Tor des Schlachthauses stellen. Aber dann würde er wenigstens wissen wo er hingehört.

Dienstag, 7. Juli 2009

Ich hab' zu viel Zeit.

"Love is not a victory march, it's a cold and it's a broken Hallelujah!"

Wie kann das sein, dass eine spezielle Kombination aus bestimmten Worten etwas ergibt, dass uns so tief berühren kann, obwohl wir den Sinn dieses Konstruktes nicht mal voll verstehen? Wie kann das sein?
Das ist wahre Sprache, das Vermögen etwas auszudrücken, was nur noch unsere Seele und nicht mehr unser Verstand begreift.

Montag, 6. Juli 2009

Hallo und Tschüss.

Nennt es wie ihr wollt. Ein Vogel, der sich aus seiner Eierschale kämpft, ein Vogel der fliegen lernt oder die schwule Möwe Jonathan, die schon immer höher fliegen wollte als alle anderen Möwen. Fernweh. Weil Jeder der mal groß war groß geworden ist durch das Weiterziehen. Egal ob man mit einer Gitarre durch den amerikanischen Süden gezogen ist oder der Meinung war, dass man eine Welt immer wieder zerstören muss, um neu geboren, um wieder durstig zu werden, sie predigen Veränderung. Meine Seele scheint konvertiert zu sein. Und jetzt bin ich schon so wie ich bin und dann muss man seinen Weg jetzt einfach durchziehen. Reisen, bis ich mein ganz eigenes zu Hause bin. Bis ich da in meiner Brust zu Hause bin, angekommen bin. Prost, Neujahr!

Donnerstag, 2. Juli 2009

7./8.8.09

Ausserhalb von Kleinheppach gibts eigentlich nur einen Ort an dem ich mir vorstellen könnte glücklich zu werden. Berlin xD
Warum? Ich weiß es nicht, ich denke wegen den Menschen dort und ich hoffe, dass ich mir da keine falschen Vorstellungen mach.
Im August wird wieder Blut geleckt. Berlin Festival. Pete Doherty, pleeeeas don't be too stoned, I swear I also won't! Eigene Wohnung, Freundin im Gepäck, mein Berlin um mich herum, bisschen Alkohol atmen, bisschen vorkosten und wieder heim. Vielleicht das letzte mal bevor ich dort bleibe...bleibe...bleibe...peace xD

Deichkind Peter Doherty Bonaparte