Freitag, 5. Juni 2009

Lasst uns die Augen schließen und über das Meer fliegen. Vom Himmel herab stürzen, über Wellen preschen wie entfesselte Götterfunken. Unten die tote See, über uns das helle Reich. Herab, herab, bis uns eisige Wogen über die Brust streichen, bis uns kalter Reif das Herz küsst, uns nüchtern macht. Kälte macht nüchtern, auf das wir uns wieder in Wärme trunken machen werden. So fliegen wir hoch und runter und können nur nach oben weil wir unten waren und können nur nach unten, wiel wir oben waren und es ist gut so. Schwarz und Weiss muss eine Farbe sein. Und nur weil die Wellengruft unter uns gähnt empfinden wir die Chöre des Himmels als bezaubernd. Umfallen, aufstehen. Zerstören, erschaffen. Nur der Tod kann uns aus dem Schlaf des Lebens erwecken, nur der Tod vor Augen. Verlust bedeutet Platz für Neues, also lasset der Zersetzung freien Lauf. So fliegen wir dem Mond in der Nacht entgegen.

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