Nasses Kopfsteinpflaster klackert unter meinen Stiefeln. Die Wände der Fachwerkgebäude um mich herum bewegen sich, schwanken wie eine Schiffsschaukel. Ich laufe durch die Altstadt. Hartes Pflaster, enge Gassen. Es tropft von den Laternen mit ihren großen illuminierten, runden Köpfen, deren Licht diffus in die Nacht strahlt, vom Regen verwischt. Ich stütze mich an einer Wand ab, reibe mich an ihr, versuche sie wegzuschieben, zu durchbrechen. Ich kämpfe gegen sie und selbst wenn ich gegen sie verlieren werde mache ich weiter. Eine Wand aus dem 19. Jahrhundert, ich von heute, im Rausch.
Später auf meinem Weg nach Hause, die Altstadt habe ich schon lange verlassen, ich bin wieder nüchtern, da streife ich über ein weites Feld. Der große Spiegel am Himmel, den man auch gemeinhin Mond nennt, lässt die weitläufige, freie Landschaft in einem wunderbaren Licht erstrahlen. Weicher Boden, freie Sicht. Hier kann man alles tun, im Licht und niemand sieht einen. Ich stehe vor einer Kreuzung und habe die Wahl zwischen drei Wegen, unendlich viele Wege. Alle kann man wählen, alle führen irgendwo hin. Mir wäre es aber lieber mir meinen eigenen Pfad zu treten, durch die Erde zu wühlen, sie umzugraben und irgendwo auf halber Strecke liegen zu bleiben, aber zu wissen, dass ich was neues erschaffen habe, erschöpft und glücklich. Unmöglich, da alles nur eine schlechte Wiederholung ist, wie im Fernsehen.
Das wird jetzt wohl niemand verstanden haben, aber hey: I blog because it is cheaper than therapy you know? ;-)
Freitag, 10. April 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen