Es beruhigt mich immer wieder den Eiswürfeln in meinem Glas beim schmelzen zuzuschauen. Zum Schluss liegen ein paar Splitter am Boden des Glases und versinken in einer Lösung aus einem leichten Rest Alkohol und Wasser. Ich schaue also in das Glas wie in einen Spiegel, gebrochen bin ich, ein Alkoholdunst umgibt mich und langsam schmelze ich auf dem Barhocker dahin und ich weiß ganz genau, dass wenn ich nicht bald gehe, dass ich dann ebenfalls auf dem Boden enden werden, verschwitzt und dahinsiechend. Saufen ist bestimmt nicht das Schlechteste was man auf dieser Welt machen kann, wenigstens schade ich damit niemandem.
Wer in dieser Welt permanent glücklich ist, der ist entweder gläubig, auf irgendetwas hängengeblieben oder im fehlt der Horizont sein eigenes Leben von außen zu betrachten. Da ich weder gläubig, noch ein Junkie bin und außerdem leider mal einen Schritt zu weit gedacht habe und dabei von der flachen Erde der Menschen hier, diese Scheibe, runtergefallen bin, deshalb krieche ich, wo andere durchs Leben gehen und fliege aber auch, ja. Ab und zu fliege ich und das könnt ihr nicht. Irgendwann schmelzen mir die Flügel zwar, wenn ich zu nah an der Sonne war, aber sie erstarren auch wieder und spannen sich von neuem und der Sonne komme ich immer näher dabei.
Ich bezahl die Rechnung, stehe auf und gehe.
Sonntag, 26. April 2009
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